Stopp 5/7
Mã Pí Lèng, etwa Km170 des Loops, ist ein rund 20 km langer Pass zwischen Đồng Văn und Mèo Vạc. Von der Passhöhe blicken Sie hinunter in die Tu-Sản-Schlucht und auf den Nho-Quế-Fluss – der schönste Anblick der ganzen Strecke.
Wenn man nur eine Straße wählen dürfte, um sich an Hà Giang zu erinnern, würden viele Mã Pí Lèng nennen. Der rund 20 km lange Pass verbindet Đồng Văn mit Mèo Vạc, liegt etwa bei Km170 des Loops und ist in die Felswand gehauen. Auf der einen Seite ragt der Berg senkrecht auf, auf der anderen fällt ein tiefer Abgrund ab – und ganz unten schlängelt sich der Nho-Quế-Fluss wie ein jadegrünes Seidenband durch die Tu-Sản-Schlucht. Eine Strecke, auf der Sie ganz langsam fahren möchten.
Anreise von Đồng Văn über den Mã Pí Lèng
Von der Altstadt Đồng Văn bis zur Passhöhe des Mã Pí Lèng sind es etwa 20 km, danach weitere rund 15 km hinunter nach Mèo Vạc. Die reine Fahrzeit beträgt nur etwa 1 Stunde, doch in der Praxis brauchen die meisten einen halben Tag, weil sie ständig für Fotos anhalten.
- Strecke: Die Straße ist Teil der Straße des Glücks (Con đường Hạnh Phúc), die in den Jahren 1959–1965 von Zehntausenden jungen Freiwilligen und Angehörigen der Volksgruppen von Hand gebaut wurde; der Abschnitt über den Mã Pí Lèng gilt als der schwierigste.
- Motorrad selbst fahren: asphaltiert, aber mit vielen engen Kurven, teils direkt am Abgrund. Bleiben Sie in Ihrer Spur, schneiden Sie keine Kurven, schalten Sie bergab zurück und filmen Sie auf keinen Fall während der Fahrt.
- Easy Rider: auf dieser Etappe sehr empfehlenswert, damit Sie die Aussicht in Ruhe genießen können.
- Auto: Achten Sie auf Ausweichstellen; bei Gegenverkehr durch Lkw oder Busse an einer breiten Stelle anhalten und Platz machen.
- Nebel und Regen: Frühmorgens und in der Regenzeit können Wolken den Pass komplett einhüllen, die Sicht beträgt dann nur wenige Dutzend Meter. Licht an, vor unübersichtlichen Kurven hupen – oder warten, bis sich der Nebel lichtet.
Fotospots am Mã-Pí-Lèng-Pass
- Passhöhe Mã Pí Lèng: mit Gedenkstein für die Straße des Glücks und Aussichtspunkt – der klassische Halt mit Blick hinunter ins Tal.
- Mã Pí Lèng Panorama: ein Aussichtspunkt mit weitem Blick über die Tu-Sản-Schlucht und den Nho-Quế-Fluss, praktisch für eine Rast und ein Getränk.
- Tu-Sản-Schlucht: eine tiefe Schlucht mit senkrechten Felswänden auf beiden Seiten, die viele als eine der tiefsten und beeindruckendsten Schluchten Südostasiens betrachten. Schon der Blick vom Pass ist überwältigend.
- Nho-Quế-Fluss: der jadegrüne Fluss am Fuß der Berge – seine Farbe ändert sich mit Jahreszeit und Sonnenlicht.
- Die Kurven am Berghang: Die Straße, die sich an der Felswand entlangwindet, ist das „Markenzeichen“-Motiv des Mã Pí Lèng; fotografieren Sie von einer sicheren Parkstelle aus.
- Felsvorsprünge am Abgrund: Viele gehen gern auf die Felsvorsprünge hinaus, um Fotos zu machen – seien Sie jedoch äußerst vorsichtig: Der Fels kann rutschig sein, der Wind ist stark und es gibt kein Geländer.
- Dorf Pải Lủng: ein Dorf am Berghang nahe dem Pass, von dem ein schmaler Weg hinunter zum Nho-Quế-Fluss führt.
Bootsfahrt auf dem Nho-Quế-Fluss
Eines der beliebtesten Erlebnisse ist eine Bootsfahrt auf dem Nho-Quế-Fluss zwischen den beiden Felswänden der Tu-Sản-Schlucht. Zur Anlegestelle führt ein schmaler, steiler und kurvenreicher Weg vom Dorf am Hang hinunter ins Flussbett – wenn Sie sich auf dem Motorrad nicht sicher fühlen, lassen Sie sich von Einheimischen oder Ihrem Easy Rider fahren. Wasserstand und Bootsfahrplan hängen von Saison und Wetter ab; fragen Sie vorher in Ihrem Homestay oder bei den Einheimischen nach. Tragen Sie auf dem Boot immer eine Schwimmweste.
Essen und Übernachten
Auf dem Pass gibt es vor allem Rastplätze mit Getränken, Snacks, gegrilltem Mais und gegrillten Eiern – genug für eine Pause mit Aussicht. Die Hauptmahlzeiten nehmen Sie besser in Đồng Văn ein (bánh cuốn trứng, gedämpfte Reisblätter mit Ei; cháo ấu tẩu, Reisbrei mit Eisenhut-Wurzel) oder in Mèo Vạc (thắng cố, traditioneller Eintopf; lạp xưởng gác bếp, geräucherte Wurst; mèn mén, gedämpftes Maismehl).
In Passnähe gibt es einige Homestays am Berghang mit Blick ins Tal, doch die meisten Reisenden übernachten in der Altstadt Đồng Văn oder im Ort Mèo Vạc an den beiden Enden des Passes.
Beste Reisezeit & Tipps
- Oktober–Dezember: trocken, weite Sicht, der Nho Quế ist am schönsten grün.
- Januar–März: kalt, oft neblig; dafür gibt es Morgen mit einem Wolkenmeer unterhalb des Passes.
- Sommer: viel Regen, das Flusswasser kann trüber sein, stellenweise besteht Erdrutschgefahr.
- Beste Tageszeit: morgens, wenn die Sonne in die Schlucht scheint, oder am späten Nachmittag mit goldenem Licht auf den Felswänden.
Tipps:
- Prüfen Sie vor dem Pass die Bremsen und tanken Sie in Đồng Văn voll.
- Parken Sie dicht an der Felswand, nie in der Kurve; stellen Sie sich zum Fotografieren nicht auf die Fahrbahn.
- Fliegen Sie keine Drohne bei starkem Wind und respektieren Sie Sperrgebiete.
- Nehmen Sie eine Windjacke mit: Auf der Passhöhe weht das ganze Jahr ein kalter, kräftiger Wind.
Noch ein Vorschlag
Wer das Plateau vom Rand der Schlucht gesehen hat, möchte es auch aus der Luft sehen. Wenn Sie auf dem Rückweg noch Zeit haben, schauen Sie am Flugplatz Quản Bạ vorbei.
Nächste Etappe: Mèo Vạc · Vorherige Etappe: Altstadt Đồng Văn



